Herbstserie 2025: Die Jubilare stellen sich vor
45 Jahre Schügumugger Ämme: Von der Schulklasse zur Schügufamilie
Was einst als Schulprojekt begann, ist heute eine der bekanntesten Guggenmusigen aus Emmen: Die Schügumugger feiern 2026 ihr 45-Jahr-Jubiläum – und blicken auf eine Geschichte voller Kreativität, Musik, Freundschaft und einem grossen Schuss Fasnachtsgeist zurück.
Die Geburtsstunde
Ein neu eingestellter Lehrer der Gemeinde Emmen überlegte sich, wie man zu Geld kommt für das geplante Klassenlager. Was lag für einen angefressenen Fasnächtler also näher als zu versuchen, das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden? Mit der Idee der Gründung einer Guggemusig stiess er bei seinen Erstseklern auf grosse Freude. Und so sollte es sein. Die Klasse plante unter die Grossen zu gehen, mit allem, was dazu gehört.

Kurz vor Weihnachten
In den Weihnachtsferien bastelte eine Schülerin im Heizungsraum des Schulhauses fleissig an den neuen Grinden. Mit Papierfetzen, Fischkleister und Jumbo-Ballons entstand bereits die Grundform. Noch etwas mehr Altpapier, Kleister, reichlich Farbe und Lack ergaben dann den definitiven Hexengrind. Doch nicht nur optisch solle eine Guggemusig etwas zu bieten haben, sondern auch akustisch. Zu unserem Glück verfügte der Lehrer über ca. zehn mehr oder weniger taugliche Instrumente, mit welchen am musikalischen Angebot gefeilt werden konnte.
Der erste grosse Auftritt
Die erste PR-Aktion waren Kleber, die aufgrund mangelnden finanziellen Mitteln mittels Metallrohr aus der Plastikfolie ausgestanzt wurden. Mit all dem sind wir jetzt den «erwachsenen» Vorbildern an der Fasnacht schon recht nahegekommen. Das Einzige, was jetzt noch fehlte, war ein grosser Auftritt! Schüchtern meldeten wir uns beim damaligen EFK-Umzugschef für den legendären Nachtumzug an. Was keiner von uns für möglich gehalten hatte wurde nun Tatsache: wir durften mitmachen!

Namenstag der Schügus
Oh Schande! Für das Umzugsprogramm brauchten wir natürlich einen Namen, um einen solchen hatten wir uns bis dahin noch keine Gedanken gemacht. Die Zeit drängte und so musste unser Chef kurzerhand etwas erfinden. Weil Lehrer bekanntlich spitzfindig aber wenig kreativ sind, entschied er sich für die profane Bezeichnung: Schüler Gugge Musig Gersag. Voller Freude und Stolz trugen wir unseren neugeborenen Namen in die Welt hinaus.
Die zweite Saison
Die erste Fasnacht verlief ziemlich erfolgreich, pro Schüler schauten ca. 30 Franken für das Klassenlager heraus und es blieb sogar noch etwas Geld übrig für den Kauf von Instrumenten für die zweite Saison. Die Geburtsstrapazen hatten wir also heil überstanden. Voller Freude sahen wir zurück auf die erste Fasnacht und für alle war klar, dass die Schügus auch ohne Klassenlager im nächsten Jahr fortbestehen müssen.

Die heutige Schügufamilie
Dank zunehmender Reife und Selbstverantwortung unsererseits wandelte sich die anfängliche Diktatur über ein Regime zur heutigen demokratischen Vereinsstruktur, die wir lieben und leben. Sehr vieles hat sich in der Schügufamilie seit dem Jahr 1981 verändert, von der Altersstruktur, die sich deutlich nach oben verschoben hat, bis zum akustischen Angebot, in das wir heute noch Herzblut stecken. Genau diese Vielfältigkeit, sei es akustisch, alterstechnisch oder charakteristisch, macht die Schügus aus. Aus einer Klasse mit dem Gedanken, Geld für ein Lager aufzutreiben, wurden Freunde und aus Freunden wurde eine SCHÜGU-Familie fürs Leben!